HTM Tischlerei
Gerade Massivholztreppe mit weiß lackierten Wangen, Eichenstufen und gedrechseltem Anfangspfosten im Altbauflur
Treppen richtig planen

Massivholztreppe mit Galeriegeländer im Altbau nach Maß

HTM Tischlerei5 Min. Lesezeit

Dachgeschossausbau im Altbau: gerade Massivholztreppe plus umlaufendes Galeriegeländer in weiß lackiertem Holz und geölter Eiche – Planung, Fertigung, Montage.

Wenn im Altbau ein Dachgeschoss ausgebaut wird, braucht es zwei Dinge gleichzeitig: eine neue Treppe, die zur Bausituation passt, und eine Absturzsicherung rund um die Treppenöffnung. Werden beide als eine gestalterische Einheit geplant, wirkt das Ergebnis wie gewachsen – und nicht wie zwei nachträglich zusammengestellte Bauteile.

Genau so haben wir es bei diesem Projekt gemacht: gerade Massivholztreppe und umlaufendes Galeriegeländer, zweifarbig in weiß lackiertem Holz und geölter Eiche, aufeinander abgestimmt vom Antritt im Flur bis unter den alten Dachbalken.

Weiß lackierte Wangen und Setzstufen, Trittstufen und Handlauf in geölter Eiche – die gerade Treppe im Flur mit gedrechseltem Anfangspfosten.
Weiß lackierte Wangen und Setzstufen, Trittstufen und Handlauf in geölter Eiche – die gerade Treppe im Flur mit gedrechseltem Anfangspfosten.

Warum gehören Treppe und Galeriegeländer in eine gemeinsame Planung?

Weil Treppe und Geländer im Blickfeld direkt aufeinandertreffen. Wer beides getrennt beschafft, bekommt fast zwangsläufig Unterschiede bei Staketenabstand, Pfostenstärke und Handlaufprofil – und diese kleinen Abweichungen fallen im fertigen Raum sofort auf.

Wir zeichnen deshalb Treppenlauf und Brüstung in einem Modell. Dieselben Staketen, dieselben Pfostenquerschnitte, dasselbe Handlaufprofil laufen vom Erdgeschoss über den Treppenlauf bis in das obere Geschoss weiter. Der Blick wandert dann an einer durchgehenden Linie nach oben, statt an einem Materialwechsel hängen zu bleiben.

  • ein einheitliches Steigungs- und Auftrittsmaß über den gesamten Lauf
  • identische Staketenteilung an Treppe und Galerie
  • Handlauf und Brüstungsholm im gleichen Profil und in gleicher Höhe angeschlossen
  • Farb- und Ölmuster einmal festgelegt, für alle Bauteile gültig

Wie funktioniert das zweifarbige Konzept aus Weiß und geölter Eiche?

Die Logik dahinter ist handwerklich, nicht nur dekorativ: Alles, was täglich berührt oder betreten wird, bleibt sichtbares Massivholz in geölter Eiche. Die flächigen, weniger belasteten Bauteile sind weiß lackiert und treten optisch zurück.

Konkret heißt das: Wangen, Setzstufen, Pfosten und Staketen in weiß lackiertem Holz – Trittstufen, Handläufe und die Abdeckkappen der Pfosten in geölter Eiche. Ein geölter Eichenhandlauf fühlt sich warm an, nimmt Fett und Feuchtigkeit der Hand nicht als Film auf und lässt sich bei Bedarf partiell nachölen, ohne dass die ganze Treppe abgeschliffen werden muss. Lackierte Setzstufen und Wangen wiederum bleiben lange sauber und ruhig in der Fläche.

Das umlaufende Galeriegeländer im Dachgeschoss: kannelierte Pfosten, weiße Staketen und Eichenhandlauf mit passenden Abdeckkappen.
Das umlaufende Galeriegeländer im Dachgeschoss: kannelierte Pfosten, weiße Staketen und Eichenhandlauf mit passenden Abdeckkappen.

Was bringt der Kontrast im Raum?

Weiß bringt Licht in den Treppenraum – gerade im Altbau, wo Flure oft schmal sind. Die Eichenstufen zeichnen dagegen den Weg nach oben nach. Man sieht die Treppe als Bewegung, nicht als Bauteil. Und im Dachgeschoss nimmt die Eiche des Handlaufs den Ton des verlegten Landhausdielenbodens auf, sodass Boden, Geländer und freigelegtes Holzständerwerk zusammenfinden.

Die Treppenöffnung ist passgenau eingefasst – zwischen fertigem Dielenboden und freigelegtem Altbaubalken.
Die Treppenöffnung ist passgenau eingefasst – zwischen fertigem Dielenboden und freigelegtem Altbaubalken.

Wie nimmt man Maß, wenn Balken und Ständerwerk schon stehen?

Im Bestand gilt: nichts ist rechtwinklig, und das ist normal. Wir messen deshalb nicht nur die Öffnung, sondern die tatsächliche Geometrie – Balkenlagen, Ständerwerk, Deckenaufbau und Bodenhöhen vor und nach dem Dielenboden.

Beim Aufmaß achten wir besonders auf:

  • Fertigfußbodenhöhen oben und unten – sie bestimmen die erste und letzte Stufe
  • Kopffreiheit unter Balken und Dachschräge im Bereich des Austritts
  • tragfähige Anschlusspunkte im vorhandenen Holzständerwerk für Pfosten und Wangen
  • Abweichungen der Öffnung in Länge, Breite und Diagonale, damit die umlaufende Brüstung wirklich passgenau eingepasst wird
  • Türanschläge, Leitungen und Schalter, die dem Geländer sonst in die Quere kommen

Aus diesen Werten entstehen die Fertigungsdaten. Die Absturzsicherung wird nicht auf Standardlänge gekürzt, sondern Feld für Feld berechnet, damit die Staketenteilung in jedem Abschnitt gleichmäßig aussieht und die geforderte Geländerhöhe überall eingehalten ist.

Welche Details entstehen bei so einer Treppe von Hand?

Die tragenden Teile schneiden wir CNC-gesteuert – Wangen, Ausklinkungen, Bohrbilder und Nutungen sitzen dadurch millimetergenau. Alles, was man anfasst und ansieht, entsteht danach in Handarbeit.

Gedrechselter Anfangspfosten

Der Antrittspfosten ist das Bauteil, an dem beim Hochgehen jede Hand vorbeikommt. Wir drechseln ihn passend zur Formensprache des Hauses und binden ihn kraftschlüssig in Antrittsstufe und Wange ein – er ist Gestaltungselement und statisches Startbauteil in einem.

Kannelierte Geländerpfosten

Kanneluren sind schmale, senkrechte Längsrillen im Pfosten. Sie kosten Zeit, geben dem weiß lackierten Holz aber eine sichtbare Tiefe: Licht bricht in den Rillen, der Pfosten wirkt schlanker und weniger wie ein glattes Kantholz. Dasselbe Profil wiederholt sich an der Galerie und verbindet beide Geschosse.

Gerundete Antrittsstufe

Die erste Stufe rund auszuführen ist mehr als Zierde. Sie nimmt die scharfe Ecke aus dem Flur, lädt den Fuß seitlich zum Auftreten ein und markiert klar den Beginn der Treppe. Der Radius wird auf die Fliesenkante und die Flurbreite abgestimmt, damit die Stufe nicht in den Laufweg ragt.

Was bedeutet „alles aus einer Hand" bei so einem Ausbau konkret?

Es bedeutet, dass Planung, Fertigung in unserer Werkstatt und die Montage vor Ort in derselben Verantwortung liegen – inklusive der Anschlüsse an Dielenboden, Ständerwerk und bestehende Bausubstanz.

  1. Beratung und Entwurf: Treppenform, Holzart, Farbkonzept und Geländerbild gemeinsam festlegen.
  2. Aufmaß im Bestand: Geometrie, Höhen und Anschlusspunkte erfassen.
  3. Konstruktion: Steigungsverhältnis, Geländerhöhe und Staketenteilung durchrechnen, Fertigungsdaten erzeugen.
  4. Fertigung: CNC-Zuschnitt, Verleimung, Drechsel- und Kannelurarbeiten, Lackierung und Ölauftrag.
  5. Montage: Treppe einsetzen, Galeriegeländer umlaufend einpassen, Handlauf stoßen, Anschluss an Boden und Wand ausbilden.

Für Bauherren im Raum Saterland, Sedelsberg und Friesoythe heißt das vor allem: eine Ansprechstelle, ein Termin- und Materialfaden, keine Schnittstellen, an denen Maße oder Farbtöne verloren gehen. Mehr über unsere Arbeit und die Ausstellung finden Sie auf htm-tischlerei.de.

Für welche Altbau-Situationen eignet sich diese Bauweise?

Immer dann, wenn ein bisher ungenutztes Geschoss erschlossen wird und die Treppenöffnung dauerhaft gesichert werden muss – klassisch beim Dachgeschossausbau, aber auch bei neuen Galerien über offenen Wohnräumen.

  • Dachgeschossausbau mit neuer, gerader Treppe und offener Deckenöffnung
  • Galerie über dem Wohnraum, bei der Brüstung und Treppe zusammengehören sollen
  • Austausch einer alten, steilen Treppe bei gleichzeitiger Erneuerung des Geländers
  • Sanierungen, in denen alte Balken sichtbar bleiben und neue Bauteile sich einordnen müssen

Wichtig ist nur, dass die Deckenöffnung und die Anschlusspunkte früh genug betrachtet werden – idealerweise bevor der Dielenboden verlegt ist. Dann lassen sich Pfostenpunkte, Bodenaufbau und Stufenhöhen sauber aufeinander abstimmen.

Eine Treppe im Bestand ist immer Maßarbeit – jede Öffnung, jeder Balken und jede Bodenhöhe erzählt eine eigene Geschichte. Häufige Fragen zu Holzart, Pflege und Ablauf haben wir unten in den FAQ kurz beantwortet. Wenn Sie ein eigenes Vorhaben planen, schauen wir uns die Situation gern vor Ort an.

Häufige Fragen

Geölte Eiche bleibt spürbar Holz und lässt sich an belasteten Stellen partiell nachölen. Lackierte Wangen und Setzstufen sind flächig unempfindlich und bringen Helligkeit in den Treppenraum.

Wir sind HTM Tischlerei. Schreiben Sie uns zu Ihrem Projekt.

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